Giardien, Kokzidien und Co

Giardien



Giardien (Giardia lamblia) sind einzellige Parasiten, die den Magen-Darm-Trakt befallen und bei Hunden vor allem Durchfälle auslösen können. Der häufigste Übertragungsweg ist das Trinken von verschmutztem Wasser, das mit Giardien infiziert ist.

Der Parasit wird zunächst über das Abschlucken von Zysten aufgenommen, die zum Dünndarm gelangen, wo die Zyste sich öffnet und die aktive Form des Parasiten freisetzt. Die einzelligen Giardien befestigen sich an die Dünndarmwand und vermehren sich - zum Teil extrem schnell. Sie beschädigen dort die Darmzotten, was zur Malabsorption der Nährstoffe führt. Nach einiger Zeit wandern die Giardien zum Enddarm, wo sie sich erneut verkapseln und als Zyste wieder ausgeschieden werden und andere Tiere oder Menschen infizieren.

Giardien können nur durch eine mikroskopische Untersuchung oder einen sogenannten ELISA-Test festgestellt werden. Dazu sollte man über 2-3 Tage kleine Kotproben sammeln, denn der Hund scheidet nicht unbedingt bei jedem Stuhlabsatz Giardienzysten aus.


Symptome



Bei starkem Befall kann der Durchfall auch blutig sein. Weitere Symptome sind Gewichtsabnahme, Übelkeit, Blähungen, Bauchschmerzen, schlechtes Haarkleid und mangelnder Appetit. Bei sehr starkem, länger anhaltendem Befall kann es zu Juckreiz, Ekzemen, Gelenkschmerzen, chronischen Verdauungsstörungen und sogar zur Anämie kommen.
Häufig beobachtet man zuerst, dass der Hund in regelmäßigen Abständen einen pudding-artigen Stuhl oder einen schleimüberzogenen oder fettigen Stuhlgang hat. Dazwischen ist der Stuhl fest bzw. normal. Bei solcher Symptomatik sollte man den Kot auf Giardien untersuchen lassen.

Behandlung

In der Regel sind Hunde recht resistent gegen Giardien, aber bei jungen, alten und immungeschwächten Hunden kann es zu einem pathologischen Befall (Giardiose) kommen. Etwa 8-10 % der Hundepopulation ist zu jeder Zeit mit Giardien infiziert; bei vielen kommt es allerdings zu keinen Symptomen, da ihr Immunsystem den Befall in Schach hält.

Ist der Hund mit Giardien infiziert, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln. Schulmedizinisch würde man mit Metronidazol, Fenbendazol oder Albendazol behandeln. Diese Medikamente haben jedoch zum Teil starke Nebenwirkungen. Oft sind die Parasiten dagegen resistent und man stellt einen erneuten Befall nur wenige Wochen nach der Behandlung fest.


Problematik

Was ich sehr häufig beobachte, ist folgender Werdegang:
Beim Welpen werden Giardien festgestellt und er wird mit Fenbendazol o. ä. entwurmt. Kurz darauf hat er heftigen Durchfall und bekommt Antibiotika. Danach wird wieder ein Giardienbefall festgestellt und erneut entwurmt. Dann hat er wieder Durchfall und bekommt wieder Antibiotika, usw. usf.

Ich habe erlebt, dass dieser Zyklus im ersten Lebensjahr eines Hundes bis zu 8-mal (!) wiederholt wurde - allerdings ohne anhaltendem Erfolg. Was ich in den letzten Jahren immer häufiger beobachte, sind junge Hunde - etwa 1 Jahr alt - die Symptome einer Bauchspeicheldrüseninsuffizienz zeigen.
In beinahe allen dieser Fälle wurde der Hund mehrfach entwurmt und mit Antibiotika behandelt.
Behandelt man die Giardiose naturheilkundlich und stellt man die Ernährung auf Frischfutter mit Unterstützung für die Bauchspeicheldrüse um, wird der Hund die Giardien los und die Funktion der Bauchspeicheldrüse bleibt erhalten.
Hunde, die in diesem Fall weiter nach dem o. g. Schema schulmedizinisch behandelt werden, bekommen fast ausnahmslos eine klinisch nachweisbare Bauchspeicheldrüseninsuffizienz bis sie 2 Jahre alt sind und sind dann lebenslänglich chronisch krank.


Giardien mit Naturheilmittel behandeln

Bei der naturheilkundlichen Behandlung von Giardiose geht man mehrgleisig vor: Das Immunsystem wird unterstützt, die Darmflora wird aufgebaut, den Giardien entzieht man die Nahrung, man gibt Naturmittel, die das Absterben und Ausscheiden der Giardien verursachen, und entfernt Ansteckungsquellen in der Umgebung.

Da Hunde häufig Giardien über verschmutztes Trinkwasser aufnehmen, sollte man die Umgebung nach abgestandenem Wasser durchsuchen (z. B. in Eimern, länger bestehende Pfützen, Tümpel o. ä.) und dieses entsorgen bzw. unzugänglich machen.

Ausgeschiedene Giardienzysten können einige Monate in warmem Wasser überleben. Daher sollte man die Umgebung des Hundes sehr sauber halten: Kot sofort entfernen, Wasser täglich wechseln, Näpfe täglich mit kochendem Wasser ausspülen, Bettzeug regelmäßig waschen.

Gleichzeitig sollte man die Ernährung auf Rohfütterung umstellen. Giardien nutzen Glukose aus Kohlenhydraten für Energie. Daher ist es sehr wichtig, kohlenhydratarm zu füttern, d. h. kein Getreide, keine Kartoffeln, kein Reis etc. So werden die Giardien geschwächt und vermehren sich viel langsamer.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bestimmte Flavonoide (Epicatechin, Epigallocatechin, Kaempferol, Quercetin und Apigenin) sehr wirksam gegen Giardien sind, sogar wirksamer als viele gängige schulmedizinische Medikamente. Deshalb sollten Sie Kräuter, Gemüse und Obst in die Nahrung des Hundes einbringen, die flavonoidreich sind, z. B. Äpfel, Wirsing, Preiselbeeren, Brokkoli, Petersilie, Nüsse, Beeren, Sellerie und Kräuter wie Melisse, Salbei und Minze.
Eine extra Portion Pansen oder Blättermagen unterstützt zusätzlich noch die Darmflora.

Einige Kräuter haben sich als sehr wirksam gegen Giardien erwiesen.

Eine Ayurvedische Mischung, "Pippali Rasayana" bestehend aus den Pflanzen Butea monosperma & Piper longum (Frucht) hat sich als sehr wirksames Mittel gegen Giarden gezeigt. (Quelle)


Rohfütterung ohne Kohlenhydrate

Wie man in dem Text oben lesen konnte, ernähren sich Giardien wie auch die anderen Darmparasiten besonders durch Kohlenhydrate.
Tierärzte raten zu einer kohlenhydratarmen Ernährung, wenn ein Befall dieser Parasiten festgestellt wird, und geben zusätzlich jede Menge Chemie dazu.

Warum verzichtet man hier nicht ganz auf zugeführte Kohlenhydrate?

Entzieht man dem Parasit die Nahrungsgrundlage, wird er nicht überleben. Bei der Rohfütterung nach dem Vorbild des Wolfes ist die Ernährung von grundauf kohlenhydratarm. Somit haben Parasiten wie Würmer, Giardien und Kokzidien nur eine Chance, wenn das Immunsytem des Wirtstieres geschwächt wäre.


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